30. Mai 2026
Die schönsten Schluchten Albaniens – und warum wir sofort wiederkommen würden
Wir sind eigentlich ständig irgendwo auf Wanderwegen dieser Welt unterwegs. Ob in Patagonien, Nepal, Island oder den Dolomiten – Berge, Natur und kleine Abenteuer gehören für uns einfach dazu. Doch Albanien? Das stand lange eher als Geheimtipp auf unserer Liste. Genau deshalb wollten wir es sehen. Also machten wir – Lara, Jonas, Mehmet und Sophie – uns auf den Weg in den Süden Albaniens. Fünf Tage entlang von Schluchten, Thermalquellen, Bergflüssen und Seen. Und schon nach kurzer Zeit war klar: Diese Reise würde anders werden als viele unserer bisherigen Touren .Nicht spektakulär inszeniert. Nicht überlaufen. Sondern ursprünglich, wild und überraschend intensiv.

Unser Roadtrip begann an der berühmten Osumi-Schlucht. Schon die Fahrt dorthin war ein Erlebnis. Die Straße windet sich entlang steiler Felsen, immer wieder öffnen sich Ausblicke tief hinunter in die Schlucht. Wir haben unzählige Stopps gemacht – nicht geplant, sondern einfach, weil die Landschaft ständig dazu eingeladen hat. An manchen Aussichtspunkten konnten wir kaum glauben, wie gewaltig sich der Canyon durch die Berge zieht. Jonas meinte irgendwann: „Das fühlt sich eher nach Arizona an als nach Europa.“
Besonders beeindruckend war die Brücke über der Schlucht. Von dort blickt man direkt hinunter auf den türkisfarbenen Fluss, der sich seinen Weg durch die Felsen bahnt. Natürlich konnten wir es nicht lassen und sind auch ein Stück hinunter zum Wasser gewandert. Unten wurde es plötzlich still. Nur das Geräusch des Flusses und diese riesigen Felswände um uns herum. Genau solche Momente suchen wir auf Reisen.
Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Përmet und zur Lengarica-Schlucht. Schon unterwegs wurde die Landschaft immer ruhiger und ursprünglicher. Das Besondere an der Schlucht: Im Sommer ist der Wasserstand oft niedrig genug, um direkt durch den Flusslauf zu wandern. Also Schuhe aus, Hosen hoch und los. An manchen Stellen verengt sich die Schlucht so stark, dass nur noch ein schmaler Streifen Himmel sichtbar bleibt. Die Felswände ragen meterhoch empor und das Wasser glitzert zwischen den Steinen. Mehmet blieb irgendwann einfach stehen und sagte: „Wie kann dieser Ort bitte so unbekannt sein?“
Genau das haben wir uns die ganze Reise über gefragt. Die kleine Wanderung war zwar teilweise schlammig und rutschig, aber genau das machte den Reiz aus. Keine perfekten Wege, keine Absperrungen – sondern Natur, die sich noch echt anfühlt.
Nach zwei aktiven Tagen hatten wir uns einen etwas entspannteren Morgen verdient. Also ging es zu den Thermalquellen von Bënjë – direkt an der berühmten Steinbrücke nahe der Schlucht. Nach zwei aktiven Tagen hatten wir uns einen etwas entspannteren Morgen verdient. Also ging es zu den Thermalquellen von Bënjë – direkt an der berühmten Steinbrücke nahe der Schlucht. Schon beim Ankommen wirkte der Ort fast surreal: historische Brücke, dampfendes Wasser und Berge ringsherum. Wir setzten uns in eines der natürlichen Steinbecken und ließen einfach die Beine im warmen Wasser treiben. Das Wasser riecht leicht nach Schwefel und ist angenehm warm – perfekt nach langen Wanderungen. Sophie meinte lachend:
„Das hier fühlt sich an wie ein Wellnessbereich mitten in der Wildnis.“
Während um uns herum andere Reisende entspannten, hörte man ständig das Rauschen des Flusses. Diese Mischung aus Natur und Ruhe machte den Ort besonders. Später fuhren wir noch ein Stück durch das breite Tal rund um Tepelena. Der Fluss verzweigt sich dort in mehrere Arme und die Landschaft wirkt fast endlos. Eine dieser Straßen, auf denen man ständig denkt:
„Okay, nur noch einmal kurz anhalten für ein Foto.“
Nach den Bergen und Schluchten führte uns die Reise weiter zum Ohrisee. Schon die ersten Blicke auf das Wasser waren beeindruckend. Der See wirkte fast unwirklich ruhig. Besonders das kleine Dorf Lin hat uns begeistert. Alte Steinhäuser, kleine Gassen und Fischerboote direkt am Ufer – alles fühlte sich unglaublich entschleunigt an. Wir saßen stundenlang am Wasser, tranken Kaffee und beobachteten einfach nur den See.
Rund um den Ohrisee spürt man überall diese Mischung aus Geschichte und Natur. Zu wissen, dass dieser See zu den ältesten Seen der Welt gehört, macht die Atmosphäre irgendwie noch besonderer. Am Abend spiegelten sich die Berge im Wasser und wir verstanden plötzlich, warum so viele Menschen von diesem Ort schwärmen.
Unser letzter Stopp war das berühmte Blue Eye nahe Saranda und Gjirokastra. Und ja – die Bilder im Internet sehen beeindruckend aus. Aber in echt wirkt dieser Ort noch intensiver.
Das Wasser leuchtet in verschiedenen Blau- und Türkistönen und ist so klar, dass man glaubt, direkt bis zum Grund sehen zu können. Gleichzeitig wirkt die Quelle geheimnisvoll, fast unwirklich. Mutig genug zum Schwimmen waren wir allerdings nicht. 10 Grad kaltes Wasser klingen bei Sommerhitze vielleicht erstmal verlockend – bis man den Fuß hinein hält. Trotzdem hätten wir dort ewig bleiben können. Rund um die Quelle führen kleine Wege durch den Wald und überall hört man das glasklare Wasser fließen. Ein perfekter letzter Stopp unserer Reise.
Wir haben in den letzten Jahren viele beeindruckende Wanderregionen gesehen. Aber Albanien hat uns auf eine ganz eigene Art überrascht. Vielleicht, weil vieles noch ursprünglicher wirkt.
Vielleicht, weil man oft stundenlang unterwegs ist, ohne großen Touristentrubel.
Oder weil die Menschen einem ständig mit echter Herzlichkeit begegnen. Diese fünf Tage waren für uns eine Mischung aus Abenteuer, Ruhe, Bewegung und Naturerlebnissen, die wir so schnell nicht vergessen werden.
Albanien ist kein Land, das sich laut in den Vordergrund drängt. Aber genau das macht es so besonders.
Ich muss unbedingt dorthin. Danke für die tolle und inspirierende Beschreibung. 🙏